AWO-Kreisverband BHE übernimmt Hort und Mensa in Denzlingen

„Der Ortsverein Denzlingen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) überträgt die
Geschäftsfelder Schülerhort, Schülermensa und Flexible Nachmittagsbetreuung
zum 1. Januar 2027 auf den AWO Kreisverband BHE (Breisgau-
Hochschwarzwald/Emmendingen)“. So lautet auf Vorschlag des Vorstandes der
einstimmige Beschluss der mäßig besuchten Mitgliederversammlung der AWO
Denzlingen am 24. April 2026 im Foyer des Horts in der Stuttgarter Straße.
Damit geht eine lange Geschichte dieser beiden Einrichtungen von kleinsten
Anfängen bis zu richtiggehenden Wirtschaftsbetrieben zwar für den
Ortsverband zu Ende, verbleibt jedoch ungeschmälert in der Obhut und
professionellen Geschäftsführung der AWO.
Der Vorsitzende des Ortsvereins, Jürgen Kaufmann, erläuterte, warum dieser
Schritt unumgänglich sei und keine spontane Entscheidung. „Solche Projekte
können in der heutigen Zeit nicht mehr verantwortlich im Ehrenamt geführt
werden, als Feierabendaufgabe sozusagen. Organisation, Personalfragen,
Finanzverwaltung, Umsetzung des immer aufwändigeren Regelwerks
insbesondere im sozialen Feld der Kinder- und Jugendbetreuung, Umgang mit
Behörden bedürfen einer hauptamtlichen Geschäftsführung.“ Dies mache allein
schon der gestiegene Umsatz der örtlichen AWO von rund 840.000 Euro im
Jahre 2022 auf rund 1,3 Millionen Euro im Jahre 2025 deutlich, ergänzte die
stellvertretende Vorsitzende Christel Bohlen. Nicht zuletzt zeige die Anzahl der
Beschäftigten von insgesamt mehr als 35 Personen in Voll- und Teilzeit, dass der
Vorstand schon seit Jahren an die Grenze der Belastbarkeit gekommen ist und
durch immer umfänglichere Regulierungen der letzten Zeit deutlich darüber
hinaus, wie Kaufmann weiter ausführte. Der Kreisverband andererseits könne
dies aufgrund seiner personellen und inhaltlichen Kompetenz hervorragend
leisten in Person des hauptamtlichen Geschäftsführers Denis Deiser, der auch
Mitglied im Ortsverein Denzlingen sei. In der ausführlichen Diskussion stellte
Deiser nochmals klar, dass sich in Ablauf, in personeller Ausstattung und
Aufgabenstellung für die Einrichtungen nichts ändere. Im Gegenteil wären
durch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Geschäftsstelle, unter
anderem auch durch Ann-Kathrin Schlegel, gewährleistet, dass sämtliche
geschäftsführende Aufgaben auch in Zukunft erledigt werden und darüber
hinaus flexibel auf weitere Anforderungen qualitativer und quantitativer Art
reagiert werden könne. Der Kreisvorsitzende Christoph Greiner erklärte auf
Anfrage, dass in der Tat die Gremien des Kreisverbandes noch förmlich der
Übertragung dieser zusätzlichen Aufgaben zustimmen müssen. Informell sei
dies bereits geschehen, sodass mit dieser Zustimmung fest gerechnet werden
kann.
Der denkwürdigen Abstimmung zum Übergang an den Kreisverband voran ging
die Änderung der Satzung des Ortsvereins, mit der die Denzlinger AWO der
Aufgaben um Hort und Mensa entledigt werden, was ebenfalls einstimmig
beschlossen wurde. Ebenso beschloss die Versammlung bei wenigen
Enthaltungen die Entlastung des Vorstandes nach einem ausführlichen Bericht
des Vorsitzenden Jürgen Kaufmann auch zu den Finanzen sowie der
stellvertretenden Vorsitzenden Christel Bohlen zum Hort und Ann-Kathrin
Schlegel zur Schülermensa.
Gegen Ende der Sitzung stellten Christel Bohlen und Ann-Kathrin Schlegel die
möglichen zukünftigen Betätigungsfelder des AWO-Ortsvereins vor, für die im
nächsten Jahr Kraft und Kapazitäten frei werden. Neben der weiteren Mitarbeit
in Hort und Mensa durch Ehrenamtliche wäre ein stärkeres Engagement im
Familienzentrum denkbar ebenso in der Hilfe und Unterstützung sowohl für
ältere Menschen als auch für Initiativen sozialen Inhalts. Im Übrigen sei für das
Jahr 2026 eine weitere Mitgliederversammlung geplant, in der dieser Bereich
ein Schwerpunkt sein wird. Auf einen regen Ideenwettbewerb freue sich der
Vorstand schon heute. Fix sei jedenfalls die Teilnahme der AWO am Projekt der
Gemeinde „Lebendige Ortsmitte“, mit der ab 19. September 2026 durch
verschiedene Aktionen diverser Akteure die „kleine Fußgängerzone
liebgewonnen“ werden soll. Ins Auge gefasst sei der 24. Oktober 2026.
Mit der Wahl von Sabin Keim zur neuen Schriftführerin, durch die der Vorstand
nach einem Jahr Durststrecke komplettiert wurde, beendete der Vorsitzende
Jürgen Kaufmann nach fast drei Stunden gegen 22.00 Uhr eine anstrengende,
aber zukunftsweisende Versammlung.